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Hintergrundinformationen, methodische Grundlagen und Ansätze zum Vorgehen einer Kompetenzfeldanalyse.

Prognos hat mit dem „Zukunftsatlas 2006 – Branchen“ den ersten Schritt einer Cluster-/Kompetenzfeldanalyse deutschlandweit durchgeführt, indem anhand von Branchenkonzentrationen, Branchenanteilen und Branchendynamik festgestellt wird, in welchen Regionen in Deutschland in welchen Branchen „kritische Masse“ und somit Clusterpotenziale vorhanden sind. Für die im Handelsblatt ausgewählten fünf „Rising-Star-Branchen“ haben wir darüber hinaus den zweiten Schritt einer Branchen- und Clusteranalyse beispielhaft durchgeführt.

Bedingungen für Kompetenznetze und Cluster: Idealfall eines Clusters

Anhand der Clusteranalyse lässt sich ein vollständiges Bild der Gewerbe- und Dienstleistungsstruktur einer Region ermitteln. Es wird - ausgehend von bedeutenden Erzeugerbetrieben (Kernbereich) - untersucht, ob

  • unterstützende Branchen,
  • verwandte Branchen,
  • notwendige Dienstleistungsbetriebe und
  • erforderliche Forschungseinrichtungen

in der Region ansässig sind.


Was ist ein Cluster und was ist ein Kompetenzfeld?

Ein Cluster (englisch: Schwarm, Gruppe) ist ein Verbund von Unternehmen, Forschungs- und Bildungseinrichtungen, deren insgesamt hohes Entwicklungspotenzial auf ihrer engen und vielfältigen Vernetzung basiert. Durch die Zusammenarbeit stärken die Schlüsselunternehmen einander; auch für die Zulieferfirmen ergibt sich ein breites Aufgabenfeld.

Branchencluster zeichnen sich durch die Verbindung von Stufen der Wertschöpfungskette eines Produktes oder einer Produktgruppe aus, die nicht oder nicht vollständig in einem einzigen Unternehmen gefertigt werden. Neben dieser vertikalen Dimension ist oft auch eine horizontale Dimension erkennbar, z.B. bei Kooperationen von mehreren Unternehmen auf einer Wertschöpfungsstufe. Wenn diese Aktivitäten räumlich konzentriert sind, liegen regionale Cluster vor.

Für eine Clusteranalyse sind streng genommen folgende Elemente notwendig:

  • Grundvoraussetzung: Kritische Masse (Anzahl Beschäftigte und Unternehmen)
  • Identifikationen von Wertschöpfungsketten (Von FuE bis zum fertigen Produkt)
  • Identifikation von Key-Playern
  • Identifikation von Verflechtungsbeziehungen (Wer arbeitet wie zusammen?)
  • Identifikation von Technologieplattformen
  • Identifikation von Defiziten in der Infrastruktur
  • Funktionierende Cluster zeichnen sich u.a. durch folgende Bausteine aus:
  • Synergien und Komplementaritäten
  •  Transfer von Technologien, Qualifikationen, Marktinformationen, Managementstrategien


Ein Kompetenzfeld ist die thematische Fokussierung auf eine bestimmte Branche bzw. ein spezifisches Technologiethema. Aus regionaler Sicht bedeutet Kompetenzfeldstrategie die Konzentration der Anstrengungen und knappen Mittel auf vielversprechende endogene Potenziale in bestimmten abgegrenzten Themenfeldern..

Eine regionale Kompetenzfeldstrategie hat das Ziel, vorhandene wirtschaftliche und wissenschaftliche Potenziale zu bündeln und zu nutzen, um die regionale Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und im Idealfall Wissens-, Technologie- und Nutzungsvorsprünge mit dem Ziel der Marktführerschaft zu erarbeiten.

Für eine periphere ländliche Region ohne Anbindung an eine Agglomeration ist es bspw. schon aufgrund der fehlenden FuE-Einrichtungen schwierig, Cluster zu etablieren. Als eine „schwächere“ Form eines Clusters wird ein Kompetenznetz gesehen. Demnach ist für viele ländliche (und periphere) Regionen das Ziel eines Clusters i.e.S. nicht erreichbar, wohl aber die Etablierung eines Kompetenznetzes anzustreben.

Das Ideal eines Kompetenznetzes...

  • hat einen thematischen Fokus (=Kompetenzfeld),
  • ist explizit auf die Abdeckung der gesamten Wertschöpfungskette (oder zumindest großer Teile dieser) hin ausgerichtet,
  • besteht aus lokal konzentrierten aber überregional agierenden Kooperationsverbünden leistungsfähiger Partner,
  • umfasst mehrere Wertschöpfungsstufen (vertikale Vernetzung) unterschiedlicher Branchen und Disziplinen (horizontale Vernetzung),
  • ist in innovationsfreundliche Rahmenbedingungen eingebettet („innovation communities“, „innovative Milieus“),
  • zeichnet sich durch enge Interaktion und Kommunikation der Akteure ab,
  • ist in der Lage, Innovationen zu generieren, die auf dem Weltmarkt voll konkurrenzfähig sind.


Weiterführende Informationen finden Sie in der ausführlichen PDF-Version.

undefinedDownload: Methodischer Hintergrund (PDF 44KB)

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Leiterin Unternehmenskommunikation
Prognos Berlin
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